© Horst Wächter, Schloss Haggenberg, 7.März 2026
Es geht hier um eine vollkommene Neu-Einschätzung des Heiligsten aller Texte der monotheistischen Religionen
DIE HINWEISE DER BEGRÜNDER DER NEUZEIT
Die größten Geister der Menschheit, welche mit dem Nachweis der Gesetzmäßigkeit der Natur die Neuzeit einleiteten, waren überzeugt, dass auch das Buch Genesis des Alten Testaments ein von Gesetzen beherrschtes Ganzes ist, perfekt gegliedert und mathematisch aufgebaut:
Galileo Galilei über die Mathematik in der Natur: Die Philosophie ist in diesem großartigen Buch beschrieben, das vor unseren Augen immer offensteht: ich meine das Universum; das man aber nicht begreifen kann, wenn man nicht zuerst versucht, die Sprache zu verstehen und die Buchstaben zu erkennen, in denen es geschrieben ist. Es ist in mathematischer Sprache geschrieben und seine Buchstaben sind Kreise, Dreiecke und andere geometrische Figuren. Ohne diese Mittel ist es den Menschen unmöglich, auch nur ein einziges Wort zu verstehen; eine vergebliche Reise durch ein dunkles Labyrinth. (aus: Fritz Kalteis, die Akte Galilei 2014)
Isaak Newton war überzeugt, dass diese mathematische Sprache auch im Buch Genesis vorhanden sein müsste: Newton war der Ansicht, dass die Schriften antiker Philosophen, Gelehrter und biblischer Gestalten ebenso wie ihre Architektur unbekannte, heilige Weisheit bargen. Er glaubte, dass diese Männer ihr Wissen in einem komplexen Code aus Symbolen und mathematischen Begriffen verborgen hatten, der, einmal entschlüsselt, ein unbekanntes Verständnis der Natur offenbaren würde. Diese Philosophie, die sowohl spekulativ als auch praktisch ist, findet sich nicht nur in der Natur selbst, sondern auch in den heiligen Schriften, wie beispielsweise in der Genesis. (aus: Isaak Newton Wikipedia 2021- übersetzt vom Autor)
Aber auch Gottfried Wilhelm Leibniz war überzeugt, dass die Genesis berechnet werden könnte, wie aus seiner Doku „Gottfried Leibniz – Das größte Genie aller Zeiten?“ aus dem Jahr 2016 hervorgeht (ab der 6. Minute)
Leibniz gibt auch gleich die Gründe an, warum die Ordnungskriterien der Genesis im Laufe der Geschichte verloren gegangen sind: In dem Brief an Nicolas Remond, Wien 26.August 1714 schreibt er:
Wenn ich die Zeit hätte, würde ich meine Glaubenssätze mit denen der Alten und anderen tüchtigen Männern vergleichen. Die Wahrheit ist weiter verbreitet als wir denken, aber sie ist oft übermalt und sehr oft auch eingewickelt, und selbst geschwächt, verstümmelt, beschädigt durch Ergänzungen, die sie verderben oder weniger nützlich machen. Indem man auf diese Spuren der Wahrheit bei den Alten hinweist…, würde man das Gold aus dem Schlamm, den Diamanten aus der Mine und das Licht aus der Dunkelheit freilegen, und das wäre tatsächlich die sogenannte Ewige Philosophie.
Es erhebt sich die Frage, wie es möglich war, – dass trotz der Ansicht der genannten Koryphäen – sich das Ordnungsprinzip des „Heiligsten“ aller Texte, die uns bekannt sind, auf denen sich alle monotheistischen Religionen beziehen, aus dem allgemeinen Denken eliminiert wurde. Damit wurde die Überzeugung, dass dieser Text mit einer perfekten Ordnung verbunden sein müsse, welche dem Gottesbegriff in jeder Weise entspricht, ad acta gelegt.
Heute akzeptiert man den Text so wie ihn die Wissenschaft darstellt – als vollkommen chaotisch, ja dass es sich nicht um einen Urtext, sondern um beliebige Texte handelt, und jeder Gedanke an eine Ordnung erscheint sinnlos– soweit, dass dies in der Wissenschaft nicht einmal ansatzweise angedacht werden kann. Auch über das Schriftbild – die Größe der Buchstaben, welche in allen Handschriften überliefert ist, wurde seit über hundert Jahren „großzügig“ hinweggesehen. Was nun die Überzeugungen der genannten Koryphäen betrifft, so schiebt man diese als abstrus beiseite. Sie sind vollkommen uninteressant. Ich verweise auf die BIBLIA HEBRAICA STUTTGARTENSIA 5. Ausgabe, in der die Erklärungen und Varianten ein Vielfaches vom vorgeschlagenen Text ausmachen
Fazit: Die Religionen von heute können mit dem Buch Genesis nicht umgehen, es verstehen, weil sie seine ursprüngliche Gliederung nicht kennen. Sie verstehen die damit fixierten Zusammenhänge nicht: Sie befassen sich mit nebensächlichen Fragen und erfassen nicht die ungeheure Bedeutung und Harmonie dieses göttlichen Wortes.
Meine Zugangsweise zu den Aspekten der Dinge war seit meiner Jugend durch den Philosophen Ludwig Wittgenstein bestimmt, der für uns in höchster Klarsicht folgendes schrieb: Die für uns wichtigsten Aspekte der Dinge sind durch ihre Einfachheit und Alltäglichkeit verborgen. (Man kann es nicht bemerken, – weil man es immer vor Augen hat.) Die eigentlichen Grundlagen seiner Forschung fallen dem Menschen gar nicht auf. Es sei denn, dass ihm DIES einmal aufgefallen ist. – Und das heißt: das, was einmal gesehen, das Auffallendste und Stärkste ist, fällt uns nicht auf. Philosophische Untersuchungen Teil I, #129
Ich selbst war von Anfang an überzeugt, dass im heutigen Umgang mit dem Buch Genesis etwas nicht stimmt bzw. etwas fehlt, das im Urtext noch vorhanden gewesen sein muss, und verzichtete bewusst auf alle Erklärungen, überhaupt auf alle Zugänge zu diesem Text, welche die gesamte Bibelwissenschaft von heute bestimmen.
Ich fand bald heraus, dass es im Aufbau des Textes Parallelen gibt, welche sich ständig wiederholen, und die eine bestimmte Struktur nahelegen. Es lief darauf hinaus, dass die Genesis ist nicht nur inhaltlich vorgegeben ist, sondern auch in ihrer Gliederung fixiert ist. Sie weist eine Struktur auf, welche in der ersten, der Schöpfungswoche vorgegeben wird und das Grundmuster aller 40 Wocheneinheiten des Buches bildet. Sie fußt auf einer Reihung der 22 hebräischen Buchstaben als Alef-Kaf, welche ein perfektes Isogramm ergibt. Ich habe diese Struktur den „Wächter Code“ genannt.
Man begreift die einzigartige Perfektion des Buches Genesis nicht, wenn man nur seinen Inhalt versteht, sondern nur dann, wenn man ihn abzählt; wenn man also das zählt, was dasteht und das, was nicht dasteht, aber durch die Form des folgenden oder vorangehenden anders geschriebenen Buchstaben markiert ist. Die Weltformel ergibt sich, wenn man auch seine eigens markierten Leerstellen mitzählt, wodurch sich runde Summen der gegliederten Abschnitte ergeben.
DIE BEIDEN GRUNDPRINZIPIEN DER GENESIS
Die alles bestimmende erste Woche der Schöpfung ist nicht nur in 7 Schöpfungstage eingeteilt, die inhaltlich angegeben sind, sondern auch durch zwei weitere Einteilungen gegliedert: den 55 Schöpfungsaussagen, die durch zwei leere Zeilen eingegrenzt sind. Zum anderen besteht auch eine begriffliche Unterteilung in 22 Schöpfungswerke. Diese sind zumeist durch 22 Schlüsselwörter ausgezeichnet, welche den 22 hebräischen Buchstaben entsprechen. Sie geben die Ordnung der Grundbegriffe und damit den Raster vor, in den der gesamte Text des Buches Genesis hineingeschrieben ist.Dieser Raster, der auf der Anordnung des Alphabets als perfektes Isogramm beruhthabe ich den Wächter – Code genannt.
- DER URSPRUNG DER GENESIS – DER ERSTE TAG DER SCHÖPFUNG
Der erste Tag gliedert sich in 4 Schöpfungswerke, welche den 4 ersten der 22 Buchstaben nach der Zählung des Alphabets als Isogramm entsprechen: A – Alef, K – Kaf, I – Iod, X – Thet. Die Die vier Schlüsselbegriffe des ersten Tages, welche die Grundbedeutung der Schöpfungswerke bestimmen, sind Gott- Chaos (Leere) und Licht-Dunkel, die die zwei Gegensatzpaare: Grundsatz – Gegensatz und Anstoß – Ausschluss bilden. Der 1.Tag besteht aus 5+5 konträren Aussagen. Die Schlüsselwörter sind hier besonders hervorgehoben. Die erste Woche der Schöpfung ist eingegrenzt vom großgeschriebenen Bet des ersten Wortes „Bereschit“ bis zum klein geschriebenen Het im letzten Wort „bebram“. Diese markieren den Umstand, dass die erste Zeile vor und die letzte Zeile danach leer sind, aber mitgezählt werden müssen, „damit die Rechnung aufgeht“.

- DAS GANZE BUCH GENESIS – DIE VIERZIG WOCHEN
Das Buch ist in vier Abschnitte zu je neun Wochen innerhalb und einem Abschnitt zu vier Wochen außerhalb des Heiligen Landes gegliedert. Alle fünf Abschnitte sind mit ihrem Abschluss markiert, mit dem Hinscheiden der Hauptpersonen, beginnend mit Terach, und folgend mit den drei Erzvätern, sowie im vierten Abschnitt mit Jakobs Ausreise aus Kanaan und im fünften Abschnitt mit dem Tod seines Sohnes Josef in Ägypten.

Der 3. und der 4. Abschnitt endet mit Isaak und Jakob, aber er beginnt nicht mit ihnen, sondern mit Ismael und Esau, den Erstgeborenen von Abraham und Isaak, die Brüder von Isaak und Jakob sind.
Ich habe keine Ausgabe der Genesis gefunden, welche diese alles entscheidende Unterteilung nebst allen anderen Gliederungen berücksichtigt, ohne die eine Durchzählung des Textes keinen Sinn ergibt. Das heißt auch, dass alle Genesis-Texte neu aufgesetzt werden müssen, um seine vorgegebene sakrale Struktur, das heißt die begriffliche Ordnung Gottes exakt wiederzugeben. Es erhebt sich die Frage, warum eine so grundlegende Einteilung durch Jahrtausende nicht erkannt wurde.
Die von mir wiederentdeckte Ordnung entpuppt die Genesis als perfektesten Text, der je niedergeschrieben wurde. Derjenige, der ihn niedergeschrieben hat, muss mit übermenschlichen Geisteskräften ausgestattet gewesen sein, indem er bereits mit dem ersten Buchstaben den ganzen Text erfasste.
DER GEHEIME CODE DES SCHLOSSES HAGGENBERG
Ich beschäftige mich seit nunmehr fünfzig Jahren mit dem Buch Genesis. Seit vierzig Jahren bewohne ich Schloss Hagenberg in Niederösterreich, in dem vor ungefähr 342 Jahren ein Mysterienkult eingerichtet wurde, der auf einem geheimen Code beruht, der dem der Genesis entspricht und ebenfalls auf seinen beiden Grundprinzipien aufgebaut ist. Schöpfer dieses Kultes waren die Reichsgrafen von Sinzendorf, welche in Verbindung mit Gottfried Leibniz standen: Aus dem Brief an M.Remond, Wien 14.März 1714: “J‘ai appris de M. le Comte de Sinzendorf, Ministre d’Etat et Ambassadeur de l’Empereur à Utrecht…“
Der perfekte mathematische Aufbau des Buches Genesis mit dem ersten Tag als ihrem Beginn und den vierzig Wochen als Ganzes ist im Schloss Haggenberg in Niederösterreich verschlüsselt aufzufinden. Es wurde im 13. Jahrhundert nach dem Grundriss des Salomonischen Tempels von Jerusalem erbaut: Im 17. Jahrhundert wurde hier der Geheimkult der Eleusinischen Mysterien mit Gestalten der griechischen Mythologie eingerichtet: Der Göttin Venus als der stärksten Kraft des Kosmos – der Liebe, und in seiner reich verzierten Grotte mit Gegensatzpaaren ausgestattet, deren Prinzipien von Beginn und dem Ganzen denen des Buches Genesis entsprechen. Im zweiten Stock wurde ein mit Fresken geschmückter Tempelsaal des Hermes Trismegistos eingerichtet, der im Sinne der Götter Hermes und Thot, die durch ihn versinnbildlicht werden, sämtliche wesentlichen Anzahlen enthält. Mit der Einbeziehung von dem, was dasteht und dem, was nicht dasteht, aber gezählt wird, wird das Heilige, sei es im Schloss und in der Genesis markiert. Wir haben es hier mit einem der harmonischsten Systeme zu tun, die jemals entstanden sind.
Im Schloss wurden zur Verdeutlichung seiner Botschaft drei Stränge griechischer Mythologien eingebaut:
1.Die beiden kosmischen Gesetze Ursprung-Ganzes: Aufzufinden im Wappen des Theodor von Sinzendorfs über dem Haupttor, in den beiden Liebespaaren der Götter der Sala terrena, welche auch der Elemente Wasser-Feuer und Luft-Erde bedeuten. Davon ergeben die Namen der beiden Göttinnen Amphitrite-Diana die beiden Monaden von Giordano Bruno, der 1600 als Ketzer in Rom verbrannt wurde. Weiters entsprechen die Fresken der beiden Eckräumen im Südwest-Trakt im 2.Stock den beiden Prinzipien: im Westen die Geburt der Venus und im Süden die Vereinigung von Herkules mit Omphale. Diese beiden kosmischen Gesetze entsprechen dem Aufbau des Buches Genesis, also dem ersten Tag der Schöpfungswoche und dem gesamten Text, eingeteilt in 40 Wochen, die alle dem Aufbau der Schöpfungswoche entsprechen.
2.Der doppelt dargestellte Gott Hermes im freskierten Tempelsaal: Hier geht es nicht nur um die Anzahlen der Fenster der vier Außenfassaden sowie derjenigen des Innenhofes, sondern überhaupt um die Anzahl vier, welche in den Elementen, den Himmelsrichtungen, den vier Ausrichtungen des menschlichen Körpers zu Tage tritt. Der griechische Gott Hermes und der ägyptische Gott Thot sind in vielfältiger Weise mit Zahlen verbunden: „Das Zählen gehört zu den Grunderfahrungen des Menschen. Mit seiner Hilfe findet er sich in der ihn umgebenden Welt, in Raum und Zeit zurecht.“1
„Die hermetische Weise war es, eine unvergessliche Melodie der griechischen Mythologie… Wer die Gefahren der allertiefsten Tiefen und der allerneusten Wege, die zu öffnen Hermes immer bereit ist, nicht scheut, folge ihm und gelange als Forscher, Deuter, Philosoph zu größerem Funde zu sicherem Besitz: Allen, für die das Leben Abenteuer ist – ob Liebes- oder Geistesabenteuer – ist der gemeinsame Führer KOINOS HERMES. 2 Thot ist im ägyptischen Denkgebäude auch der Hüter der Doppeltüren.
Mit der doppelten Darstellung des Hermes im Tempelsaal und der verblassten Darstellung des Riesen an der südwestl-ichen Fassade des Innenhofes wurde die im ersten Kapitel: Hermes Trismegistus – Poimandres im Corpus Hermeticum niedergelegte Botschaft verwirklicht.
3.Die eleusinischen Mysterien mit Zeus-Demeter-Persephone und Dionysos: Sie sind aufzufinden im rituellen Rundgang des Schlosses Haggenberg, der dafür speziell markiert ist, wie auch im dem des Gartenpalais Liechtenstein in Wien. Im Buch Genesis entsprechen die 22 bzw. 23 Buchstaben des hebräischen Alef-Kafs den 22 bzw. 23 Stationen im Rundgang durch das Schloss. Das bedeutet, dass sich an diesem Ort das Ordnungsprinzip der hebräischen Buchstaben des Buches Genesis in der Abfolge des griechischen Mysterienkults herausstellt. Ergebnis des Rundgangs ist in der Stuckdecke des SW-Raumes im ersten Stock dargestellt: die Begattung Persephones durch ihren Vater Zeus, deren Frucht Gott Dionysos Zagreus ist.
1 Bo Reineke, Leonhard Rost: Biblisch-Historisches Handwörterbuch. Göttingen 1966 unter „Zahl“.
2 Karl Kerényi: “Urbilder der griechischen Religion“ Stuttgart 1998, Seite132

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